



Liebe Patientin, lieber Patient, liebe Angehörige,
ältere Menschen mit Risikofaktoren können während des stationären Krankenhausaufenthaltes einen akuten Verwirrtheitszustand (das Delir) entwickeln. Das Risiko ist für die einzelnen Patientinnen und Patienten jedoch nicht exakt einschätzbar. Operationen und die hierfür erforderlichen Anästhesieverfahren sind sehr sicher, dennoch bestehen für ältere Patientinnen und Patienten zusätzliche Risiken. So kann es nach einem operativen Eingriff zu Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen kommen. Bis zu 40 Prozent der Patientinnen und Patienten über 60 Jahren leiden nach einer Operation unter einer vorübergehenden Einschränkung ihrer geistigen Leistungsfähigkeit. Insbesondere Patientinnen und Patientenmit einer vorbestehenden Funktionsstörung des Gehirns (z. B. dementielle Erkrankungen, M. Parkinson, Schlaganfall, etc.) haben ein erhöhtes Risiko. So ist es uns als „Delirsensibles Krankenhaus“ besonders wichtig, unsere Patientinnen und Patienten bestmöglich auf eine Operation vorzubereiten und frühzeitig die Behandlung eines Delirs einzuleiten sowie die Vermeidung neu entstehender Gedächtnisstörungen zu unterstützen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Narkosevorgespräch, in dem gemeinsam mit der Patientin/dem Patienten und gerne auch gemeinsam mit den An- und Zugehörigen Risikofaktoren frühzeitig erfasst werden. Um Risikopatientinnen und -patienten bestmöglich auf die Operation vorzubereiten, legen wir in einem individuellen Konzept wesentliche Maßnahmen fest, die konkrete Präventions- und Therapiemaßnahmen vor-, während und nach einer Operation umfassen. Ziel dieser Maßnahmen ist es den Genesungsprozess möglichst günstig zu beeinflussen und ein postoperatives Delir zu vermeiden.
Mit dieser Information sollen bestehende Verunsicherungen abgebaut und aufgezeigt werden, welche Hilfestellungen bei diesem häufig auftretenden Krankheitsbild möglich sind. Die Vorbeugung und die frühzeitige Behandlung eines Delirs sowie die Vermeidung neu entstehender Gedächtnisstörungen haben im Krankenhausaufenthalt eine zentrale Bedeutung in der interdisziplinären Betreuung, insbesondere des alten Menschen. Gerne stehen wir Ihnen als Patient/Patientin, aber auch Ihren An- und Zugehörigen für Fragen zur Verfügung.
Ihr PD Dr. med. Matthias David Chefarzt der Klinik für für Anästhesiologie und Intensivmedizin