Schlaflabor im MKM

  • Leitung
  • Team

Dr. med. Karin Deisenberger

Oberärztin, Leiterin Schlaflabor

Dr. med. Karin Deisenberger

Oberärztin, Leiterin Schlaflabor

Dr. med. Dafni Kapnisti-Krüger

Fachärztin, Stellvertretende Leiterin Schlaflabor

Herzlich willkommen im Schlaflabor im MKM

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Patientinnen und Patienten,

seit 1987 gibt es in der Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin des Marienhaus Klinikum Mainz ein Schlaflabor. Dieses ist von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) als schlafmedizinisches Zentrum akkreditiert.

Guter, erholsamer Schlaf ist die Voraussetzung für ein gesundes und aktives Leben. Im antiken Griechenland wurden Hypnos, dem Gott des Schlafes, und seinem Sohn Morpheus, dem Gott des Traumes, sogar Bitt- und Dankesopfer gebracht.

Die Ursachen für Schlafstörungen sind vielfältig. Durch eine schlafmedizinische Untersuchung in unserem Schlaflabor wird die Diagnose und Therapie der unterschiedlichen Schlafstörungen ermöglicht.

Ein- und Durchschlafstörungen, lautes Schnarchen - besonders Schnarchen mit Atempausen -, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, quälende Müdigkeit, Einschlafneigung am Tag, plötzliche Schlafattacken und Sekundenschlaf mit erhöhtem Unfallrisiko im Straßenverkehr sind Symptome, die auf eine dringend behandlungsbedürftige Schlafstörung hinweisen und viel zu oft als banale Befindlichkeitsstörungen bagatellisiert werden.

Durch einen nicht erholsamen Schlaf leidet unsere Leistungsfähigkeit am Tage ebenso wie unsere Konzentration und unsere körperliche und psychische Gesundheit. Unser allgemeines Wohlbefinden wird dadurch zum Teil erheblich beeinträchtigt.

Mein Team und ich freuen uns auf Sie und stehen Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.

Dr. med. Karin Deisenberger, Leiterin Schlaflabor und Team

  • Moderne Diagnostik
  • Krankheitsbilder / Störungen des Schlafes von innen
  • Krankheitsbilder / Schlafstörungen bei internistischen und psychiatrischen Erkrankungen
  • Krankheitsbilder / Störungen Schlafrhythmus / Störungen des Schlafes von außen
  • Schlafmedizinische Diagnostik in unserem MKM Schlaflabor
  • Therapiemöglichkeiten
  • Vorsorgetipps für einen gesunden Schlaf

Moderne Diagnostik

Eine anhaltende Schlafstörung und chronische Müdigkeit am Tage müssen ernst genommen werden und schlafmedizinisch näher untersucht werden. Ergibt die ambulante Diagnostik einen nicht eindeutigen oder einen behandlungsbedürftigen Befund ist eine weitere Abklärung im stationären Schlaflabor notwendig.

Neben einer Untersuchung des Schlafes werden während des Aufenthaltes im Schlaflabor auch Untersuchungen zur Lungen- und Herzfunktion durchgeführt, die in ihrem Umfang bei der Aufnahmeuntersuchung durch den Schlaflaborarzt individuell entschieden werden.

In Abhängigkeit von den Untersuchungsergebnissen und dem individuellen Risikoprofil wird eine geeignete Therapie mit den Patienten besprochen und häufig auch schon in der nächsten Nacht begonnen. In diesem Rahmen wird auch über begleitende, hilfreiche Maßnahmen zur Verbesserung des Schlafes und der Schlafhygiene informiert.

Krankheitsbilder / Störungen des Schlafes von innen

Die häufigsten Krankheitsbilder

Störungen des Schlafes von innen

  1. Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
  2. Zentrales Schlafapnoe-Syndrom und Cheyne-Stokes-Atmung
  3. Obesitas-Hypoventilations-Syndrom
  4. Chronische Schlaflosigkeit (Insomnie) mit Ein- und / oder Durchschlafstörung  
  5. Periodische Beinbewegungen im Schlaf und Restless Legs Syndrom
  6. Narkolepsie

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist eine häufige Ursache für einen nicht erholsamen Schlaf. Unter einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom versteht man die Behinderung der Atmung durch eine Verlegung des oberen Atemweges bzw. durch einen Kollaps der oberen Atemwege infolge eines verminderten Muskeltonus im Schlaf.

5 bis 10% der Deutschen leidet unter einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom. Die Häufigkeit steigt v.a. ab dem 40. Lebensjahr. Männer sind davon ca. doppelt so häufig betroffen als Frauen. In einer 2015 veröffentlichten Untersuchung einer repräsentativen Bevölkerungsgruppe im Alter zwischen 40 und 85 Jahren wurde bei 83% der Männer und 60% der Frauen ein mindestens leichtgradiges Schlafapnoe-Syndrom diagnostiziert. Ein schwergradiger Befund wurde bei 22% der Männer und 7,6% der Frauen festgestellt. Durch eine erhöhte Tagesschläfrigkeit mit Sekundenschlaf ist das Unfallrisiko für Betroffene viermal so hoch wie bei Gesunden. Die immer wiederkehrenden nächtlichen Sauerstoffabfälle mit Erstickungsstress begünstigen die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z.B. einer arteriellen Hypertonie, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern und einer Arteriosklerose mit Verkalkung der Herzkranzgefäße und der hirnversorgenden Gefäße. Dies wiederum geht mit einem erhöhten Risiko für das Eintreten eines Herzinfarktes und/oder eines Schlaganfalles einher.

Krankheitsbilder / Schlafstörungen bei internistischen und psychiatrischen Erkrankungen

Schlafstörungen bei internistischen und psychiatrischen Erkrankungen

  1. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung und Asthma bronchiale
  2. Herz- und Gefäßkrankheiten
  3. Gastroösophagealer Reflux
  4. Kopfschmerzen und Migräne
  5. Chronisches Schmerzsyndrom
  6. Depressive Verstimmungen und Angststörungen
  7. Post-Covid Syndrom / Long-Covid Syndrom

Krankheitsbilder / Störungen Schlafrhythmus / Störungen des Schlafes von außen

Störungen des Schlafrhythmus

  1. Schichtarbeit
  2. Jetlag

Störungen des Schlafes von außen

            z.B. durch Lärm und Licht

Schlafmedizinische Diagnostik in unserem MKM Schlaflabor

Neben einer ausführlichen Anamnese (Befragung zur Krankheitsgeschichte) und der körperlichen Untersuchung werden am Aufnahmetag in der Regel neben einer Messung des Blutdrucks und der Pulsfrequenz auch ein EKG, eine Lungenfunktion und eine Blutgasanalyse sowie Laboruntersuchungen durchgeführt.

Die Diagnostik wird bei medizinischer Notwendigkeit ergänzt durch z.B. ein Röntgenbild des Brustkorbes unter Umständen wird auch eine Ultraschalluntersuchung und eine Belastungsuntersuchung,wie Gehtest oder Fahrradergometer notwendig.

Polysomnografie

Nachts während des Schlafes werden dann viele Messwerte erhoben. Die Patienten werden sozusagen „online“ überwacht: dabei erfolgt die Auswertung der Aufzeichnung des Schlafes mit einem speziellen Computerprogramm. Mittels vier EEG- (Hirnströme) und EOG- (Augenbewegungen) Ableitungen sowie einem Kinn EMG (Kaumuskelbewegung) wird ein vollständiges Schlafprofil zur Einteilung in die verschiedenen Schlafstadien (Wachzustand, Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf) erstellt. Durch Atemflusssenoren über die Nase und den Mund, durch Gurte, die Brust- und Bauchbewegungen aufzeichnen, durch das Pulsoximeter am Finger (Sauerstoffgehalt im Blut) und das Schnarchmikrofon wird die Atmung beurteilt.

Zwei EMG- (Muskelpotentiale) Ableitungen an den Unterschenkeln dienen zum Nachweis von periodischen Beinbewegungen im Schlaf. Zusätzliche Informationen erhalten wir durch einen Lagesensor und ein Langzeit-EKG. Über die gesamte Nacht wird mit einer Infrarotkamera ein Video aufgezeichnet, u.a. um Bewegungsmuster im Schlaf nachweisen zu können.

Bei einer nächtlichen Atemtherapie über eine Maske (CPAP / BIPAP, s.u.) kann die Einstellung des Therapiedruckes in Echtzeit kontrolliert, registriert und fortlaufend angepasst werden.

Nach der Auswertung all dieser Meßwerte am Folgetag werden die verschiedenen Schlafstörungen festgestellt, diagnostisch unterschieden und wenn nötig eine Therapie begonnen.

Kardiorespiratorische Polygrafie

Mit mobilen Geräten können ambulante, sogenannte Screening Untersuchungen auf das Vorliegen einer schlafbezogenen Atemstörung oder Therapiekontrollen einer CPAP- oder BIPAP-Therapie durchgeführt werden.

Therapiemöglichkeiten

Therapiemöglichkeiten in Stufen

Allgemeine Maßnahmen:

  • Gewichtsreduktion
  • Meiden von Alkohol, Schlaftabletten und üppigen Mahlzeiten vor dem Schlafengehen
  • Lagepositionstraining
  • Verbesserung der Schlafhygiene mit regelmäßigen Schlafzeiten
  • Medikamente, wie das früher eingesetzte Theophyllin haben keinen günstigen Einfluss auf das Schlafapnoe-Syndrom.

Unterkieferprotrusionsschienen bei leicht- bis mittelgradiger Ausprägung eines Schlafapnoe-Syndroms und einem BMI (Body-Mass-Index) unter 30 kg/m

Operationen. Informationen zu operativen Eingriffen finden Sie hier

  1. Zungengrundschrittmacher (Hypoglossus-Schrittmacher) in seltenen Fällen
  2. Nächtliche Sauerstofftherapie in ausgewählten Fällen

 

CPAP-Therapie / BIPAP-Therapie

Bei einem Schlafapnoe-Syndrom mit klinischer Relevanz und / oder ausgeprägter Symptomatik ist eine CPAP-Therapie als sicherste und effektivste Behandlungsform unverändert die Therapie der ersten Wahl. Individuell wird dem Patienten eine Nasen- oder Nasenmundmaske angepasst. Über diese Maske wird dann über ein kleines Gerät nachts Raumluft mit einem bestimmten Druck geblasen, so dass durch die Aufrechterhaltung eines dauerhaft positiven Druckes im oberen Atemwegsbereich ein Kollabieren des Schlundes und ein Zurückfallen der Zunge verhindert wird. Dadurch bleibt die Atmung regelmäßig, Schnarchen und Atemaussetzer, die einen erholsamen Schlaf verhindern und mit nächtlichem Stress einhergehen, werden so wirkungsvoll verhindert.

Erfolgt die Beatmung in speziellen Fällen, z.B. bei hohen Beatmungsdrücken oder zusätzlichen Lungen- oder Herzerkrankungen auf zwei Druckniveaus, nämlich einem höheren bei der Einatmung und einem niedrigeren Therapiedruck bei der Ausatmung, handelt es sich um eine BIPAP-Therapie. Auch diese Therapieform wird individuell <s>um</s> im Schlaflabor eingestellt. Bei empfindlichen Nasenschleimhäuten mit Austrocknung und Schwellung der Nasenschleimhäute oder „Laufen“ der Nase kann durch eine Nasensalbe oder die Anwärmung und Anfeuchtung der Atemluft rasch eine Besserung erzielt werden.

 

Vorsorgetipps für einen gesunden Schlaf

Vorsorgetipps für eine gesunden Schlaf sind u.a.

  • Gewichtsreduktion
  • Meiden von Alkohol, Schlaftabletten und üppigen Mahlzeiten vor dem Schlafengehen.
  • Beachtung einer gesunden Schlafhygiene 
  • Körperliche Bewegung am Tage

Weitere Informationen erhalten Sie selbstverständlich während Ihres stationären Aufenthaltes in unserem Schlaflabor in einem persönlichen Gespräch mit den zuständigen Ärzten und dem Assistenzpersonal. 

Marienhaus Klinikum Mainz (MKM)

An der Goldgrube 11
55131 Mainz
Telefon:06131 / 575 0
Telefax:06131 / 575 1610
Internet:http://www.marienhaus-klinikum-mainz.de

Ambulantes OP-Zentrum im MKM

An der Goldgrube 11
55131 Mainz
Telefon:06131 / 575 3100
Telefax:06131 / 575 3106