Die Zentrale Notaufnahme des Marienhaus Klinikum Mainz (MKM) beteiligte sich am vergangenen Samstag an einer Großübung der Katastrophenschutzeinheiten der Landeshauptstadt Mainz und des Landkreises Mainz-Bingen. Simuliert wurde die Versorgung und der Transport einer großen Anzahl von verletzten und schwerverletzten Personen nach dem Einsturz einer Tribüne im Fußballstadion des 1. FSV Mainz 05. Darüber hinaus wurde der Krankenhausalarm- und -einsatzplan (KAEP) des MKM erprobt.
Das Übungsszenario startete gegen 9:30 Uhr an der MEWA-Arena, nachdem die etwa 30 „Verletzten“ bereits aus dem Stadion befreit und vor Ort erstversorgt wurden. Sie wurden dargestellt von speziell geschulten ehrenamtlichen Mitgliedern der Rettungsdienste. Für die Sanitäterinnen und Sanitäter stand im Mittelpunkt, wie diese große Anzahl verletzter Personen nach Dringlichkeit geordnet transportiert und auf umliegende Krankenhäuser verteilt werden konnte. Dabei beschränkte sich die Übung auf das MKM und die Universitätsmedizin Mainz. Im Ernstfall wären auch weitere Kliniken im Umkreis von Mainz von den Rettungskräften angesteuert worden.
Als die Nachricht über den Tribüneneinsturz das MKM erreichte, wurde direkt eine Alarmierung abgesetzt, um zusätzliche Mitarbeitende aus dem freien Wochenende ins Klinikum zu rufen, darunter Chirurgen, Anästhesiologen und Pflegekräfte. „Diese Alarmierung war Teil der Übung. Wir wussten zwar, dass heute eine Großübung stattfinden würde, aber über die Details des Unfallszenarios wollten wir bewusst im Unklaren gelassen werden, um die Abläufe so realistisch wie möglich zu gestalten“, erklärt Dr. Tobias Voß, Oberarzt in der Zentralen Notaufnahme und Krisenmanagementbeauftragter.
Beteiligt waren auch die Mitarbeitenden der Haustechnik. Sie leiteten den Zugang zum Parkhaus um, damit die vielen Rettungswagen ungehindert einfahren konnten. Die ersten Patienten erreichten das MKM per Rettungswagen gegen 9:50 Uhr. Dort nahm ein interdisziplinäres Team des Klinikums zunächst eine Einschätzung der Verletzungen vor und kontrollierte, ob beziehungsweise wie sich der Zustand jedes einzelnen Patienten während der Fahrt ins MKM verändert hatte. Im Rahmen dieser sogenannten Triage wurden die Verletzungen der Betroffenen eingestuft in akut lebensbedrohlich (rot), schwer verletzt/erkrankt (gelb) und leicht verletzt (grün). Die ausführliche Diagnostik erfolgte dann je nach Schwere der Verletzungen in den eigens mit farbigen Pfeilen ausgewiesenen Bereichen. Insgesamt waren etwa 70 Mitarbeitende des MKM bei der Übung im Einsatz.
Das Spektrum der eingelieferten Patientinnen und Patienten reichte von Leichtverletzten mit einzelnen Knochenbrüchen und Wunden bis hin zu Schwerverletzten mit instabilen Beckenverletzungen und lebensbedrohlichen inneren Blutungen. Die Übung zeigte sehr realistisch die Herausforderungen, die bei einem tatsächlichen Katastrophenfall zu erwarten wären.
Dazu trugen auch die vereinzelten echten Notfälle bei, die während der Übung anderweitig in Rettungswagen hereingebracht wurden – so wie es bei einem MANV auch jederzeit vorkommen könnte. Eine schwerverletzte Person musste während der Übung im Schockraum behandelt werden, wo sie selbstverständlich sofort Vorrang vor allen Schauspielenden erhielt. Die Versorgung aller regulären Patientinnen und Patienten, die während der Übung die Notaufnahme aufsuchten, war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.
Gegen 11:50 Uhr endete die Übung mit einer Abschlussbesprechung der beteiligten MKM-Mitarbeitenden. Dr. Voß zog ein positives Fazit: „Bei der Übung wollten wir unter anderem überprüfen, wie lange wir brauchen, um bei solch einem Ereignis alle Patientinnen und Patienten zu versorgen. Wir haben in knapp zwei Stunden 30 Personen diagnostiziert und behandelt. Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Die detaillierte Auswertung in den nächsten Tagen wird zeigen, an welchen Stellen wir unsere Abläufe weiter optimieren können.”
Auch MKM-Geschäftsführer Andreas Nietzel zeigte sich zufrieden: „Die heutige Übung hat gezeigt, was unsere Mitarbeitenden in solch einer herausfordernden Situation leisten können und wie wichtig das Marienhaus Klinikum Mainz für die Notfallversorgung unserer Region ist.“
Über die Übung berichtete auch die Allgemeine Zeitung und Weber & Baur Medien- und Pressedienste.


