Das Endoprothetikzentrum am Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie richtet sein Angebot neu aus. Mit der robotikassistierten Endoprothetik und dem Altersendoprothetik-Zentrum baut das Haus zwei innovative sich ergänzende Schwerpunkte aus: Eine präzise, individuell an der Gelenkanatomie ausgerichtete Operationsplanung für aktive Patientinnen und Patienten mit hohen funktionellen Ansprüchen und eine interdisziplinäre, altersmedizinisch begleitete Versorgung für ältere Menschen, bei denen Mobilität und Selbstständigkeit im Alltag im Vordergrund stehen.
Das MKM ist seit Jahren als Endoprothetikzentrum zertifiziert und auf den Einsatz sowie den Wechsel künstlicher Hüft-, Knie- und Schultergelenke spezialisiert. Die Versorgung basiert auf den hohen Qualitätsstandards der Zertifizierung, minimalinvasiven Operationstechniken sowie interdisziplinär abgestimmten Behandlungspfaden. „Unser Anspruch ist, den Gelenkersatz nicht als isolierten Eingriff zu verstehen“, sagt Prof. Dr. Pierre Kunz, Chefarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Entscheidend ist die Verbindung aus einer präzise geplanten und durchgeführten Operation und einer ganzheitlichen Versorgung, die Alter, Gesundheitszustand und die persönlichen Ziele eines Menschen berücksichtigt.“
Mit dem robotikassistierten CORI-System erweitert das Zentrum seine Möglichkeiten in der Knie- und Hüft-Endoprothetik um eine digitale, intraoperative Planung. Das System erlaubt eine Erfassung der individuellen Gelenkanatomie mittels 3D-Mapping. Hieran kann das Operationsteam die Implantat-Position virtuell simulieren, um das individuell bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Erst nach dieser virtuellen Planung beginnen die entscheidenden Operationsschritte. Das handgeführte robotische Instrument begleitet hierbei die Knochenbearbeitung und gibt in Echtzeit Orientierung, ob die Umsetzung der festgelegten Planung entspricht. Die medizinische Beurteilung, die Planung und die operative Führung liegen dabei weiterhin stets beim chirurgischen Team.
„Diese Technik gibt uns ein sehr präzises Werkzeug an die Hand: Wir können die Planung unmittelbar am individuellen Gelenk überprüfen und kontrolliert umsetzen“, sagt Prof. Kunz. „Gerade für aktive Patientinnen und Patienten, die beim Kunstgelenkersatz das letzte ‚µ‘ an Präzision erwarten, ist das ein bedeutender Fortschritt.“
Altersendoprothetik: gemeinsam sicher behandeln
Die zweite Säule der Weiterentwicklung richtet sich insbesondere an Menschen im höheren Lebensalter. Während sich die robotikassistierte Planung insbesondere an aktive, häufig jüngere Patientinnen und Patienten mit hohen funktionellen Ansprüchen richtet, ergänzt das Altersendoprothetik-Zentrum den Gelenkersatz für ältere Menschen um eine ganzheitliche, interdisziplinäre Begleitung, die altersspezifische Risiken von Beginn an berücksichtigt und darauf zielt, Mobilität und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten oder wiederzuerlangen. Im Altersendoprothetik-Zentrum arbeiten orthopädische Chirurginnen und Chirurgen sowie spezialisierte Altersmedizinerinnen und Altersmediziner eng zusammen – von der Vorbereitung des Eingriffs bis zur Nachsorge. Im Mittelpunkt stehen dabei altersspezifische Risikofaktoren wie Delir, eingeschränkte Mobilität oder die Einnahme mehrerer Medikamente mit möglichen Wechselwirkungen.
„Bei älteren Patientinnen und Patienten entscheidet nicht allein die Qualität der Operation über den Behandlungserfolg“, erklärt Prof. Kunz. „Gerade in einer immer älter werdenden Gesellschaft müssen wir Vorerkrankungen, kognitive Risiken, Ernährung, Mobilität und mögliche Wechselwirkungen von Medikamenten von Anfang an mitdenken.“ Durch dieses ortho-geriatrische Co-Management können Risiken wie Delir, Stürze oder ein Verlust der Selbstständigkeit früh erkannt und gezielt reduziert werden.
Die beiden Säulen seien keine getrennten Angebote, sondern Teil eines gemeinsamen Verständnisses von moderner Endoprothetik, fasst Prof. Kunz zusammen: „Robotikassistierte Präzision und altersmedizinische Kompetenz ergänzen sich. Unser Ziel ist es, für jeden Menschen die bestmögliche Gelenkersatzversorgung zu schaffen – mit präziser Technik, einer sorgfältigen Vorbereitung und Begleitung, und dem Blick darauf, was die Patientin oder der Patient im Alltag wieder erreichen möchte.“

