Nächster Halt, Station 4CD. Ein Halt für Menschen mit Demenz

Welt-Alzheimertag 2021. MKM und MVG machen sich gemeinsam stark und nehmen Bushaltestelle für Patienten mit Hinlauftendenz in Betrieb

19.09.2021

Demenz - genau hinsehen! Das ist das Motto des diesjährigen Welt Alzheimer Tages am 21. September 2021. Die Klinik für Akutgeriatrie des Marienhaus Klinikums Mainz (MKM) tut dies bereits seit ihrer Etablierung. „Geborgenheit und Ruhe ist das, was viele Demenzpatienten in stressigen Situationen suchen. Sie wollen zurück in eine vertraute Umgebung. Dieser so genannten Hinlauftendenz wollen wir aktiv begegnen und Patienten noch sicherer betreuen zu können“, erläutert Hanna Kemnitz-Frahm, Stationsleitung der Geriatrie und Initiatorin des Projektes „Patientenhaltestelle“. Diese wurde heute von Jochen Erlhof, dem Geschäftsführer der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG), offiziell übergeben. Ein Bus wird allerdings niemals auf der Station 4CD halten. Demenzpatienten werden hier jedoch Halt finden, so dass dann die speziell geschulten Stationskräfte mit ihnen wieder interagieren zu können.

 

Alle 3 Sekunden erkrankt weltweit ein Mensch neu an Alzheimer, einer Form der Demenz. Bereits rund 55 Millionen Menschen sind von Demenzerkrankungen betroffen. Bis 2050 wird die Zahl voraussichtlich weiter auf 139 Millionen steigen. Seit 1994 finden daher immer am 21. September, am Welt-Alzheimertag, auf der ganzen Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Alzheimer, einer Form der Demenz, und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen.

 

Das Wissen um die Erkrankung ist enorm wichtig. Denn wird die Diagnose Demenz gestellt, sehen wir manchmal statt des Menschen nur noch die Krankheit. Doch Menschen mit Demenz verfügen über Fähigkeiten, wollen selbstbestimmt leben, wollen mit einbezogen werden, wollen sich aktiv einbringen. Damit diese Menschen teilhaben können und ihnen aber auch gleichzeitig angemessene Betreuung und Begleitung gegeben werden kann, heißt es genau hinsehen. Es gibt viele Formen der Demenz, aber auch der Unterstützung und Entlastung. Dies hilft Menschen, so lange wie möglich gut mit einer Demenzerkrankung zu leben und im Alltag teilhaben zu können.

 

In der Klinik für Akutgeriatrie im Marienhaus Klinikum Mainz werden ältere, multimorbide Menschen mit akuten Erkrankungen und der Notwendigkeit zur stationären Krankenhausbehandlung behandelt, die zudem in ihrer Selbständigkeit bedroht sind und eine besondere Betreuung benötigen. Dies bedeutet unter anderem, dass es für alles einen festen Rhythmus gibt und Patienten sowie Angehörigen bestimmte Pflegekräfte als feste Ansprechpartner haben. Zusätzlich gibt es gerade für demenziell erkrankte Menschen verschiedene Angebote, wie beispielsweise eine Frühstücksgruppe, Gruppengymnastik oder Ergotherapie. Ergänzt wird das Angebot nun um die Bushaltestelle der MVG am Ende des Stationsflurs in einer kleinen ruhigeren Nische. 

 

„Patienten mit Alzheimerdemenz benötigen bei einem Krankenhausaufenthalt besondere Aufmerksamkeit. Ungewohnte Situationen sind für sie herausfordernd und stressig. Sie werden unruhig und suchen nach Ruhe und Geborgenheit. Daher wollen viele weg und suchen eine Haltestelle auf, um auf den nächsten Bus zu warten, der sie nach Hause bringt. Oft reicht schon eine kurze Verweildauer an der Haltestelle aus, bis sie vergessen haben, warum sie wegwollten. So sind die Patienten an einem sicheren Ort und wir als Pflegekräfte können wieder mit ihnen interagieren. Eine Patientenhaltestelle war daher schon seit längerer Zeit ein großer Wunsch, der nach dem Umzug auf die neue Station nun dank der MVG erfüllt werden konnte“, freut sich Hanna Kemnitz-Frahm, Stationsleitung der Klinik für Akutgeriatrie und Initiatorin des Projektes.

 

„Unsere Aufgabe ist die optimale medizinische und auch pflegerische Patientenbetreuung. Wir sehen jeden Menschen als Individuum. Bei der Betreuung von Demenzpatienten ist es uns wichtig, auf ihre speziellen Bedürfnisse einzugehen und sie besonders zu schützen, möglichst ohne freiheitseinschränkende Maßnahmen. Unsere Ärzte und Pflegekräfte sind für den Umgang mit diesen Patienten besonders geschult und setzen sich mit großem Engagement dafür ein, dass der Klinikaufenthalt als solches keine zusätzliche Belastung darstellt, sondern ihnen Zeit gibt auch zu regenerieren und Ruhe zu finden“, ergänzt Dr. med. Lothar van den Abeelen, der Chefarzt der Klinik für Akutgeriatrie.

 

„Wir sind froh und dankbar, mit der MVG einen starken und bekannten Partner gefunden zu haben, der uns unterstützt, dementen Patienten bei einem Aufenthalt in unserem Haus zusätzliche Sicherheit zu geben“, unterstreichen Marion Christian, Pflegedirektorin, der Ärztliche Direktor des MKM, Prof. Dr. med. Jörn O. Balzer und der Geschäftsführer des MKM Dr. Klaus-Peter Reimund unisono.  

 

Jochen Erlhof, der Geschäftsführer der Mainzer Verkehrsgesellschaft freut sich daher sehr mit der Spende der Bushaltestelle helfen zu können: „Auch, wenn niemals ein Bus der MVG auf der Station 4C halten kann, so freut es mich sehr, dass wir Demenzpatienten im übertragenen Sinne Halt, Sicherheit und ein kleines bisschen Freiheit geben dürfen. Ein wertvoller Aspekt, den wir von Herzen gerne unterstützen.“

 

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